Gedanken zu: Wann wird die Pandemie enden?

Ein Frage der Perspektive

Dieser Beitrag wird anders als sonst ein eher kürzerer Überblick zu einer durchaus komplexen Frage. Aus verschiedenen Gründen bin ich derzeit sehr ausgelastet, sodass ich keine großen Gedanken auf diesem Blog teilen kann. Dennoch bleibt mein Bedürfnis dazu groß. Darum erfolgt hier ein eher gedrängter Beitrag, der mehr Fragen aufwerfen als beantworten wird. In diesem Artikel soll die Frage, mit der er überschrieben ist, nicht beantwortet werden. Vielmehr möchte ich darauf hinweisen, wie unterschiedlich mögliche Antworten aussehen können, wenn verschiedene Perspektiven eingenommen werden. Da das Thema „Corona-Pandemie“ fast jeden Lebensbereich betrifft, gibt es zahlreiche mögliche Betrachtungswinkel auf die Frage, wann die Pandemie endlich enden wird. Ich möchte in diesem Beitrag lediglich auf die aus meiner Sicht zentralsten Ebenen eingehen.

I. Die virologisch-infektiologische Sicht

Die meiste Zeit wurde die Pandemie vor allem aus dieser Sicht betrachtet. Wir erinnern uns: „flatten the curve“, der R-Wert >1, dann Todeszahlen und schließlich Infektionsinzidenzen – all diese virologisch-infektiologischen Orientierungskriterien wurden wechselweise herangezogen, um Maßnahmen „gegen das Virus“ zu rechtfertigen. Sehen wir uns den Infektionsverlauf seit Beginn der Pandemie bis heute an:

Zunächst war es das erklärte Ziel, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern, indem man verschiedene Maßnahmen getroffen hat. Wie wir an Bild 1 der Galerie (Daily new confirmed cases) sehen können, sind sowohl im Winter 2020 als auch diesen Winter steigende und fallende Infektionskurven zu verzeichnen. Diese Unternehmung ist also gescheitert. Als nächstes Ziel wurde der Bevölkerung die Rettung des Gesundheitssystems aufgetragen, indem sie sich einen „bedingt zugelassenen Impfstoff“ verabreichen lassen. Ungefähr zum Jahreswechsel zwischen 2020 und 2021 begann das Impfen. In Bild 2 sehen wir den Verlauf der Impfkampagne (share of population fully vaccinated) in den Vergleichsländern. Das von Corona in Welle 1 besonders hart getroffene Italien steht hinsichtlich der Impfquote auf Platz 1. Während inzwischen teilweise schon über die vierte Impfung geredet und derzeit über eine mögliche Impfpflicht in Deutschland debattiert wird, erleben wir zugleich den stärksten Anstieg an Infektionszahlen als je zuvor. Auf Bild 3 sehen wir den Verlauf der Todesfälle in Zusammenhang mit einem positiven Test (daily new confirmed deaths). Knapp nach den USA, die hinsichtlich der Impfquote hinter den europäischen Vergleichsländern zurückbleibt, kommt Italien mit steigenden Todeszahlen, die sich dem Niveau von vor dem Beginn der Impfkampagne annähern. Auch hier kann aus meiner Sicht nur bedingt von einem Erfolg gesprochen werden.

In Bild 4 sehen wir jedoch, dass mit dem rasanten Anstieg der Infektionszahlen auch die sogenannte „case-fatality-rate“ nach unten geht. Diese gibt an, wie hoch der Anteil an tödlich verlaufenden Infektionen ist – in allen Ländern kann ein rapider Abwärtstrend beobachtet werden. Dies mag zu Teilen an einer temporären Wirkung der Impfungen liegen, aber vor allem lässt sich hieran der sprunghaften Ausbreitung der infektiöseren aber weniger gefährlichen Omikron-Variante erkennen:

Am 13. Dezember war in allen Vergleichsländern noch die gefährlichere Delta-Variante stark dominierend. Ende Dezember hat Omikron in England bereits mit knapp 70% dominiert. Mit Stand 02.Februar ist lediglich in Deutschland und Italien noch ein kleiner Anteil an Delta-Fällen zu verzeichnen (DE 17%). Nun wurde bis vor wenigen Wochen noch immer mit der Auslastung der Intensivbetten die Bevölkerung Deutschlands im Alarmzustand zu gehalten:

Abbildung 15 entstammt dem RKI-Lagebericht zum 03.02.’22. Zum einen kann man sehen, dass die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Fällen im Winter 2021/2022, ab welchem die Impfquote sich bereits bei annähernd 70% befunden hat, fast genauso hoch ausgefällt, wie im Winter 2020/2021. Dies liegt vermutlich jedoch daran, dass nach wie vor nicht zwischen Patienten mit und Patienten wegen Corona unterschieden wird. Markus Söder kam vor kurzem auf die glorreiche Idee, dass dies doch im Grund ein zentraler Unterschied sei – ein Blitzmerker sondergleichen. Viel wichtiger ist jedoch, dass die Auslastung sich derzeit entspannt. Und das, obwohl die Infektionszahlen weiter steigen. All diese Graphen deuten aus meiner Sicht darauf hin, dass mit der Omikron-Variante das Virus an der Schwelle steht, endemisch zu werden und sich in die Reihe anderer saisonaler Erkältungsviren einordnet. Dies wird auch durch eine umfassende Studie aus den USA belegt (Quelle). Endemisch bedeutet: Das Virus wird nicht mehr verschwinden. Wir werden mit ihm, wie mit den anderen Vertretern der Influenza- und Rhino-Viren-Familie, leben. Hinsichtlich der epidemischen Gefährlichkeit kann davon ausgegangen werden, wie mit steigenden Temperaturen die Epidemie in Deutschland aus virologisch-epidemioligscher Sicht langsam aber sicher ihren Schrecken verlieren wird. Wir sehen es bereits jetzt schon.

II. Die politische Sicht

Die politische Sicht hat sich in Deutschland offenbar jedoch weitestgehend von der virologisch-infektiologischen Sicht abgekoppelt. Sogar die Stimmen des lange Zeit heilig gesprochenen Dr. Drosten und des Gesundheitsexperten Jens Spahn sind so gut wie kaum mehr zu vernehmen. St. Lauterbach hat nun die Corona-Kanzel fast gänzlich für sich. Wenn wir den Verlauf der Maßnahmen-Härte ansehen, dann haben wir derzeit in Deutschland nach der Seite „Our World in Data“ die strengsten Maßnahmen seit Beginn der Pandemie. Zwar mag ein Lockdown strenger wirken, doch dieser galt schließlich für alle und nur über einen beschränkten Zeitraum. Die 3G- bzw. 2G-Regelungen sorgen jedoch dafür, dass bestimmte Menschen nach einem medizinischen Schema autorisiert werden, Bereiche des öffentlichen Lebens nutzen zu dürfen. Immer wieder kommt es zu Demoverboten und in den Schulen, an den Universitäten und bei der Arbeit ist inzwischen ein ausgeprägtes Maßnahmenpaket installiert. Dies bedeutet eine Beschneidung essentieller Grundrechte:

Während in England und den USA die Maßnahmen weitgehend zurückgefahren wurden, scheinen sich die Politikerinnen und Politiker in Deutschland offensichtlich gegenseitig stets aufs Neue mit „innovativen“ Maßnahmenforderungen überbieten zu wollen. Kaum jemand ist noch in der Lage, hierbei einen Überblick zu bewahren. Lauterbachs letzter Coup: er gibt die Entscheidungshoheit darüber, wie lange welche Impfung oder eine Genesung anhält, an das RKI ab. Das Institut hat daraufhin prompt den Genesenenstatus auf 3 Monate herabgesetzt – für Politiker gilt der Status aber weiterhin 6 Monate (Quelle). Wie lange also die Entscheidungsträger dieses Landes noch an ihren Maßnahmen festhalten, hängt davon ab, wie lange Justiz und Bevölkerung den Maßnahmenkurs noch mittragen. Dies führt mich zur soziologisch-psychologischen Betrachtung.

III. Die soziologisch-psychologische Sicht

Der Pandemieverlauf auf dieser Ebene hat nur bedingt mit Infektionszahlen und Todesraten zu tun. Viel wichtiger sind hierbei die sich ständig verändernden Maßnahmen und Regeln, die Medienberichterstattung, Aussagen öffentlicher Personen, Demonstrationsbewegungen und vor allem die zeitliche Dauer der Pandemie. In meinem Umfeld wird der Unmut und das Unverständnis gegenüber den Maßnahmen immer größer. Auf der anderen Seite hat sich eine solide Meinungsfront der Maßnahmenbefürworter gebildet, die sich offensichtlich völlig unzugänglich für einen sich entwickelnden Pandemieverlauf zeigen. Für TeilnehmerInnen auf Gegendemos ist der Kampf gegen „Querdenker“ und „Impfgegner“ zum eigentlichen Ziel geworden, während die „Gesundheit“ der Gesellschaft unter den Tisch zu fallen scheint.

Zugleich kann ich bei den Schülern, die ich unterrichte, einen dramatischen psychologischen Verlauf feststellen. Die hauptsächlichen leidtragenden der letzten zwei Jahre im entwickelten Westen sind in meinen Augen die Kinder und Jugendlichen. Ich betreue Schüler, die ich als tiefgreifendend traumatisiert wahrnehme. Der unmenschliche Ablauf in den Schulen, der Dauerstress durch Masken und Tests, sowie der mangelhafte Unterricht rauben ihnen schleichend die Lebensfreude. Bei einem Schüler habe ich zuletzt fast eine halbe Stunde gebraucht, um ihm einen ganzen Satz entlocken zu können, weil dieser keinerlei emotionalen Anteil gezeigt hat. Er konnte mir weder sagen, was er in der Schule so macht, worüber er mit seinen Freunden spricht, geschweige denn was er lieber tun würde, als diesen Nachhilfeunterricht zu bekommen. Das hat mich zutiefst entsetzt.

Den Gipfel der Perversion bilden dann Nachrichten wie diese: Ein Sondereinsatzkommando hat in Erlangen eine selbst-organisierte Schule gestürmt, die keine Genehmigung hatte. Einige Eltern haben sich zusammengeschlossen, um 15 Kinder in einer Mühle selbst Unterricht zu erteilen. Dies haben Behörden zum Anlass genommen, das SEK, das „für Terrorismusbekämpfung, Geiselbefreiung und Zugriffe ausgebildet“ ist, dorthin zu beordern, um diese Veranstaltung mit einer Stürmungsaktion zu beenden (Quelle). Spätestens nach dieser Szene können die 15 Kinder in meinen Augen definitiv als „traumatisiert“ bezeichnet werden. Für die Eltern gilt dies vermutlich auch. Da es sich hierbei nur meine subjektive Sicht und Wahrnehmung handelt, führe ich hier noch ein paar harte Fakten auf, die ebenfalls allesamt Folgen der Pandemie mit ihren Gegenmaßnahmen ist:

  • Fast ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen Deutschlands zeigen inzwischen psychologische Störung infolge der Pandemie (Quelle)
  • Die Sterbegeldversicherung Monuta registrierte vier Mal so viele Suizide wie vor der Pandemie (Quelle)
  • Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung meldet 13% mehr Drogentote als vor der Pandemie (Quelle)
  • Im Jahr 2020 ist die Arbeitslosenquote von 5,0% auf 5,9% sprunghaft gestiegen. Die Zahl der Erwerbstätigen ist um 400.000 zurückgegangen (Quelle).

IV. Die wirtschaftliche Sicht

Von der sozialen Perspektive hinsichtlich der Arbeitsplatzsicherheit ist es nicht weit zum großen Thema Wirtschaft. Hier steht uns die Pandemie aus meiner Sicht erst noch bevor. Neben Lieferengpässen, Nachfragestaus und Materialknappheit ist die weltweit rasant steigende Inflation ein Problem, was viele Verbraucherinnen und Verbraucher anhand der steigenden Preise bemerken. Den meisten ist es wohl nicht bewusst, aber jede „Corona-Hilfe„, jeder „kostenlose“ Schnell- oder PCR-Test, jede „Gratis-Impfung“ kostet Geld. Ja richtig. In unserer Welt ist nichts kostenlos. Die Rechnungen werden gemacht, auch wenn man ganz ungeniert zugreift, wenn irgendwo „kostenlos“ drauf steht – irgendjemand wird irgendwann dafür bezahlen. Und dieser „irgendjemand“ ist am Ende immer der Steuerzahler und die Steuerzahlerin. Woher soll der Wert des Geldes auch kommen, wenn nicht aus der produktiven Kraft arbeitender Menschen?

Für all diejenigen, die schon beim Wort „Wirtschaft“ abschalten, erkläre ich absolut verkürzt die Situation: Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus hat weltweit dazu geführt, dass die Lieferketten zeitweise verzögert oder ganz erlegen sind. Dies führte zu Auftragsverzögerungen, weil Lieferengpässe entstanden. Das treibt Rohstoffpreise in die Höhe, weil die Nachfrage zunächst gleichbleibt, aber das Angebot knapper ist. Zugleich mussten viele Läden in Folge von Lockdowns schließen und können auf Grund von Hygienemaßnahmen teilweise bis heute nicht in demselben Maße wirtschaften, wie vor der Pandemie. Um das Loch in deren Kassen zu füllen, wurde von den Zentralbanken extrem viel Geld gedruckt – die sogenannten „Corona-Hilfen“. „Hilfe“ mag ja schön klingen, aber auch dieses Geld gibt es nicht gratis; wo nicht das Individuum selbst diese Hilfen begleichen muss, springen die Staaten ein. Und „der Staat“ sind alle, die ordentlich Steuern zahlen. Also in der Regel die Erwerbstätige Mittel- und Unterschicht. Das sind diejenigen, die die Hilfen am dringendsten benötigen. Zugleich wurden und werden unzählige Milliarden aus den Staaten, also von den Steuerzahlern, an Privatkonzerne gegeben, um „Gratis“-Impfungen und „kostenlose“ Tests zu bezahlen, die dann auf Verbraucherebene „umsonst“ ausgegeben werden.

Die wichtigste Regulierungsbehörde, wenn es um das weltweite Geldsystem geht, ist das „Federal Reserve System“ (FED). Dies ist ein Zusammenschluss aus den einflussreichsten Privatbanken der USA, die im Regierungsauftrag die Geldmenge und damit den Wert des US-Dollars steuern, welcher sich direkt auf den Wert aller anderen Währungen der Welt auswirkt. Man kann sagen getrost feststellen: die FED ist eine der vielleicht drei wichtigsten Institutionen weltweit ist, da ihre Entscheidungen das Leben aller Menschen auf der ganzen Welt betrifft. Die Menge an Geldmünzen und Guthaben auf Bankkonten hat sich im Zeitraum „zwischen März 2020 und Februar 2021 von rund 4,3 Billionen US-Dollar auf 18,4 Billionen Dollar“ erhöht (Quelle

Wer nun denkt, „viel Geld ist doch gut“, der irrt sich gewaltig. Der Wert des Geldes bemisst sich ebenfalls wie der Wert eines Produkts: je mehr da ist, desto geringer ist sein Wert. Die steigenden Preise an Tankstellen und in Supermärkten liegen also vor allem auch an der steigenden Geldmenge weltweit. Verliert das Geld an Wert, weil zu viel davon da ist, spricht man von Inflation. Vor einigen Tagen hat sich der Chef der FED vor die Kamera gestellt und gebeichtet, sich verkalkuliert zu haben. Die Inflationsrate sei doch zu hoch. Nun müsse die FED reagieren und die Leitzinsen, also der Preis für Kredite, was „Corona-Hilfen“ mit einschließt, schrittweise anheben (Quelle).

Dies könnte für viele Unternehmen, die vielleicht nur auf Grund der Corona-Hilfen und anderer Kredite geschäftsfähig geblieben sind, das endgültige Ende bedeuten. Unter Umständen kann dies zu einer Welle an Insolvenzen führen, die auch die Banken erfassen könnte. Sollte dies der Fall sein, könnte der wahre Sturm uns erst in diesem Jahr bevorstehen. Wer mehr darüber wissen möchte, dem empfehle ich meine Beitragsreihe: Wie die Wirtschaft die Welt regiert. Dort habe ich zu diesem Thema bisher drei Teile veröffentlicht, die versuchen, das leider zentralste Thema der Menschenwelt ein bisschen greifbarer zu machen. Zusammenfassend: die weltweite Wirtschaft war bereits vor der Pandemie sehr instabil. Der Crash im Jahre 2008 wirkt bis heute nach. Die Corona-Krise könnte nun den überhitzten Kessel zum Explodieren bringen. Und die Leidtragenden sind dabei in erster Linie die einfache Bevölkerung, während ein Finanzcrash die großen Kapitaleigner, die bereits während den letzten zwei Jahren ihr Vermögen verdoppelt haben, eine weitere Umverteilung von Arm nach Reich beschert.

Wann die Pandemie aus meiner Sicht endet

Virologisch-infektiologisch gesehen werden wir in Deutschland in den nächsten ein bis zwei Wochen die Durchseuchung erreicht haben. Und das ist etwas Gutes: Ob man es durch einen Test bestätigt bekommt oder nicht, genesen werden dann die allermeisten sein, geimpft oder ungeimpft. Wann die Pandemie aus unseren Köpfen verschwindet, ist schwer zu sagen. Durch die noch immer anhaltenden Maßnahmen und angstverbreitetende Medienberichterstattung haben wir nun eine Generation an Kindern, die in einer aus meiner Sicht völlig angstüberladenen und aufgeheizten Gesellschaft aufgewachsen sind. Zudem haben viele psychisch labile Menschen aller Altersgruppen vermutlich keine fundamentale Verbesserung ihres Zustands auf Grund einer „gesunden“ Lebenswelt erfahren. Im Gegenteil: in meinem Umfeld sind ehemals freudvolle und sonnige Menschen teilweise zu nervösen, gereizten, in seltenen Fällen sogar hasserfüllten weil verängstigten Personen geworden. Ob und wann hier Heilung eintritt, bleibt nur abzuwarten.

Aus politischer Sicht stehen wir in Deutschland auf der Kippe zu einem sehr unheilvollen Gesellschaftssystem, in dem die Politik einfach weiterhin durchregiert, obwohl die wissenschaftlich-infektiologische Begründung völlig wegbricht. Denn die Geschichte lehrt uns: Gesetze zur Kontrolle der Massen bleiben, auch wenn die Gründe dafür irgendwann sogar in Vergessenheit geraten. Wie war das nochmal mit den Terroristen? Regieren nicht inzwischen die ehemaligen Todfeinde und Albtraumgestalten, die Terrororganisation „Taliban“, ein ganzes Land? Ist damit nicht der Terrorismus sogar gewachsen? Oder hat der gerade Corona-Pause? Dennoch sind flächendeckende Überwachung, scharfe Kontrollen an Flughäfen, persönliche Datenerfassung geblieben und wurden im Stillen weiter ausgebaut, auch wenn niemand mehr über die Ursachen nachdenkt. Wie viele der installierten Maßnahmen bleiben werden, wird die Zukunft zeigen. Ein „zurück zur Normalität“ wird es jedenfalls auf politischer Ebene nicht geben.

Und was die wirtschaftliche Ebene angeht. Hier erwarten uns noch sehr, sehr schwere Zeiten. Darum ist es absolut zentral, wirklich und nachhaltig gesund zu bleiben, geistig wie körperlich. Wir sollten uns nicht noch tiefer in Abhängigkeiten von staatlichen Strukturen begeben, da die vor allem die letzten zwei Jahre ja deutlich gezeigt haben, wie dysfunktional, korrupt und nur auf Eigeninteresse ausgerichtet viele staatliche Strukturen im Grunde sind. Diese Erkenntnisse werden aber angesichts der permanenten Angstrhetorik völlig überblendet und damit perfekt verschleiert. Meine Zukunftsperspektive mag pessimistisch erscheinen. Dies liegt daran, weil „der Mensch“, der all diese Befürchtungen in kürzester Zeit völlig auflösen könnte, in meiner Wahrnehmung derzeit noch zu tief in einer diffusen Schlafparalyse verharrt. Welches Beben es benötigt, um diesen Wachschlafzustand zu durchbrechen, wird die Zeit zeigen. Mein Vertrauen in die Natur, die den Menschen als inhärenten Teil miteinschließt, ist tief verwurzelt und unverrückbar. Wann der Heilungsprozess beginnt, wie lange er andauert und wie viele Schmerzen er mit sich bringen wird, liegt bei uns.


von Marco Lo Voi

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