Meldungen zum Sonntag (20.02.2022) – Europäische Länder lockern Corona-Maßnahmen – Ukraine-Konflikt droht zu eskalieren

Corona in Europa

Corona verschwindet zunehmend aus der Berichterstattung, da die Zahlen in Krankenhäusern und in den Infektionskurven ihren Schrecken nun endgültig eingebüßt haben. Dies haben einige Länder zum Anlass genommen, den Großteil ihrer Maßnahmen nun fallen zu lassen. Vor allem wäre da unser Nachbarland die Schweiz zu nennen, die fast ALLE Maßnahmen aufhebt. Medizinische Masken in Öffentlichen Verkehrsmitteln und Masken für Personal im Pflegebereich sollen noch bis Ende März beibehalten werden. Am Donnerstag den 17.02.2022 war für die Schweiz also „Freedomday“ (1)

Ein weiteres Beispiel wären die Niederlande, die ab dem 25. Februar unter anderem ebenfalls die 3G-Regel und Maskenpflichten abschaffen wird. Am 15. März soll dann je nach Lage weiter gelockert werden (2). Weitere Beispiele: Portugal (3), Spanien (4) , Dänemark (5), Schweden (6), England (7) und Norwegen hat bereits im Herbst letzten Jahres ihren Freedomday gefeiert (8). Die Deutsche Regierung möchte sich diesem unvorsichtigen Vorgehen jedoch nicht anschließen und setzt erste fundamentale Lockerungen auf den 20. März an. Doch jetzt steht schon fest: an der „Maskenpflicht in Innenräumen oder dem öffentlichen Personennahverkehr“ soll festgehalten werden. Außerdem soll „in bestimmten Bereichen weiterhin 3G-Nachweise erforderlich sein, um vulnerable Gruppen zu schützen. Auch in Schulen und Kitas könnten dann noch Tests erforderlich sein“. Begründet wird dies mit der „großen Impflücke“. (9)

Welche Impflücke ist gemeint? Im Vergleich mit den genannten Ländern liegt Deutschland im Mittelfeld:

Bei der Härte der Maßnahmen ist Deutschland die einsame Spitze:

Ukraine-Russland-Konflikt

Während die Jubelschreie der Bevölkerung aus unseren europäischen Nachbarländern hierzulande in der Presse wenig Echo finden, wird derzeit die Kriegsgefahr auf Grund der „Russischen Aggression“ derart hochgekocht, dass die CIA sogar schon felsenfest behauptet hat, am vergangenen Mittwoch würde Russland nun endgültig in die „Ukraine einfallen“ (10). Die russische Regierung hat dann in einem Interview mit „die Welt“ nur recht zynisch mit folgenden Worten darauf reagiert: „Kriege in Europa beginnen selten an einem Mittwoch.“ (11)

Um was geht es eigentlich genau bei diesem Konflikt? Alles aufzurollen ist in diesem Rahmen unmöglich, aber stellt euch nur mal folgende Fragen: Warum haben die Ukraine und Russland überhaupt Stress? Weiß das jemand? Ein kurzer Blick in die englischsprachige Wikipedia zur Geschichte der Krim zeigt, wie weit dieser Konflikt zurückgeht. Nach dem Zerfall der UDSSR wurde die Krim 1954 der Ukraine zugesprochen, obwohl die Mehrheit der dort lebenden Bevölkerung russisch war und nach wie vor ist. Während den folgenden Jahrzehnten gab es immer wieder Unabhängigkeitsbestrebungen und Uneinigkeiten über den Status der Region. 1997 einigten sich die Ukraine und Russland darauf, dass die Krim ukrainisch sei, die Schwarzmeerflotte jedoch zu 80% Russland gehöre und der Hafen Sewastopol für 20 Jahre – also bis 2017 – von Russland gepachtet würde.

2010 wurde eine Verlängerung des Pachtvertrags von dem ukrainischen und dem russischen Parlament ratifiziert, was zu Tumulten auf der Krim führte. Es ist also ein alter Konflikt der Krim selbst, ob man sich eher der Ukraine oder Russland zugehörig fühle, weil die dort lebenden Menschen heute überwiegend russisch-stämmig und zu kleineren Teilen aber ukrainisch und krim-tartarisch sind. Zugleich haben sie jedoch durchaus den Willen, unabhängig zu sein, was jedoch im Spannungsfeld einer Großmacht wie Russland und einem Staat wie der Ukraine aber unmöglich erscheint. Ende Februar 2014 kam es dann zu den „Maidan-Protesten“. Infolgedessen erklärte sich am 16. März die Krim unabhängig mit der Option, sich Russland anzugliedern. Diese Entscheidung wurde angeblich mit einer Zustimmung von 96% der Teilnehmenden bei einem Volksentscheid getroffen. Dieses Referendum wurde allerdings nur von Russland anerkannt, während die westliche Welt von einer „Annexion“ der Krim spricht. Rein völkerrechtlich handelt sich dabei jedoch um ein „Sezession“.

Diese Entscheidung war jedoch der Zündfunke für Jahre des Leids, die die ukrainische Bevölkerung bis heute erdulden muss. Heute ist die Ukraine in die Westukraine und die Provinzen Donbass und Donetzk geteilt und das ärmste Land Europas. Warum engagiert sich nun aber die USA bzw. die NATO so sehr für die Belange der Ukraine? Weil sie so großherzig sind? Leider nur vorgeblich. 1999 ist in deutscher Sprache das Geostrategische Werk „Die einzige Weltmacht -Amerikas Strategie der Vorherrschaft“ von Zbigeniew Brsezinski (1928-2017) erschienen, der viele Jahre eine sehr große Beraterrolle in der US-amerikanischen Außenpolitik gespielt hat – beispielsweise war er von 1977 bis 1981 Sicherheitsberater der US-Regierung Jimmy Carter. Dieses Werk kann als Blaupause für die amerikanische Außenpolitik des 21. Jahrhunderts gesehen werden, da er auf fast hellseherische Weise viele Entwicklungen, die wie in den Folgejahren beobachten konnten, voraussah. Ein Land, das in seinen Analysen eine entscheidende Rolle spielt, ist die Ukraine. In diesem Werk sind unter anderem Zitate wie das folgende zu finden:

„Dies erfordert ein energisches, konzentriertes und entschlossenes Einwirken Amerikas besonders auf die Deutschen, um die Ausdehnung Europas zu bestimmen und um mit — vor allem für Russland — derart heiklen Angelegenheiten wie dem etwaigen Status der baltischen Staaten und der Ukraine innerhalb des europäischen Staatenbundes fertig zu werden. Ein Blick auf die Karte der riesigen eurasischen Landmasse offenbart die geopolitische Bedeutung des europäischen Brückenkopfes für Amerika — und auch seine bescheidenen geographischen Ausmaße. Die Erhaltung dieses Brückenkopfes und seine Erweiterung zum Sprungbrett für Demokratie sind für die Sicherheit Amerikas von unmittelbarer Relevanz.“
(PDF-S. 115)

Die Ukraine mit der Krim als entscheidender Zankapfel muss also leider als Spielball zwischen den Mächten Russland und der US-geführten NATO bezeichnet werden. Russland kann nicht zulassen, dass sich die NATO die Ukraine und schon gar nicht die Krim einverleibt, da dort die vertragsmäßig legitime Schwarzmeerflotte Russlands ankert, während die NATO als Interessenvertreter der umsatzstarken Rüstungsindustrie sehr gerne neue Militärstützpunkte, Waffenbasen und Kontinentalwaffenanlagen in weiteren osteuropäischen Ländern hätte, um Russland zunehmend zu Leibe zu rücken. Diesen Prozess als „russische Aggression“ umzudeuten, ist ein propagandistisches Meisterstück westlicher pro-Nato-Medien, das auch ohne große Sympathien für Russland eigentlich offensichtlich sein sollte.

Die deutsche Politik sollte endlich aufhören, die Ukraine darin zu unterstützen, Krieg gegen ihre eigene Bevölkerung der Ost-Ukraine zu führen. Derzeit laufen russische Evakuierungstransporte aus der Krisenregion, um russische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger aus den Grenzgebieten Donbass und Donezk nach Russland zu bringen, da die ukrainischen Streitkräfte derzeit wieder den Beschuss auf diese Gebiete verstärken (12).

Wann endet diese sinnlose Gewalt endlich?


Quellen:
(1) https://www.srf.ch/news/schweiz/ende-der-corona-massnahmen-wie-weiter-mit-dem-covid-zertifikat
(2) https://www.come-on.de/nordrhein-westfalen/niederlande-corona-regeln-aktuell-einreise-lockerungen-februar-2022-rutte-maske-restaurant-zr-91351633.html)
(3) https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2022-02/55276227-portugal-beschliesst-weitere-lockerung-der-corona-einschraenkungen-016.html
(4) https://www.costanachrichten.com/spanien/politik-wirtschaft/spanien-corona-inzidenz-3g-lockerung-maskenpflicht-einschraenkungen-normalitaet-impfung-kinderaerzte-91354981.html
(5) https://www.n-tv.de/panorama/Hat-Daenemark-kapituliert-oder-alles-richtig-gemacht-article23128146.html
(6) https://www.kreiszeitung.de/europa/schweden-corona-massnahmen-ende-regeln-pandemie-covid-19-regierung-maskenpflicht-england-finnland-norwegen-91279508.html
(7) https://www.infranken.de/ueberregional/ausland/corona-beschraenkungen-werden-abgeschafft-johnson-verkuendet-ende-der-massnahmen-art-5373372
(8) https://www.berliner-zeitung.de/news/ende-der-corona-regeln-in-norwegen-viele-partys-und-schlaegereien-li.185169
(9) https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.was-gilt-ab-20-maerz-mhsd.bc6e13ca-afee-4746-bd16-dc7dafe2a560.html
(10) https://www.spiegel.de/politik/deutschland/krise-in-osteuropa-cia-rechnet-mit-russischem-angriff-kommende-woche-a-2e10a45f-b6eb-4b1a-b692-2edc64c04adf
(11) https://www.politico.eu/article/wars-europe-russia-ambassador-vladimir-chizhov/
(12) https://www.anti-spiegel.ru/2022/bilder-von-der-evakuierung-in-donezk/

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