Der Corona-Virus – Weckruf oder Untergang?

Die Welt im Wandel

„Wir leben in spannenden Zeiten.“ Damit enden in den letzten Wochen und Monaten viele Gespräche, die ich mit Freunden und Bekannten führte. Während damals jedoch die Gespräche zwar durchaus hitzig, aber immer mit einem gewissen Humor geführt wurden, waren die Gespräche der letzten Tage eher von einer gereizten Anspannung geprägt. Wir erleben derzeit eine derart schnelle Veränderung unserer Lebenswelt, dass die Schnelllebigkeit der letzten Jahrzehnte dagegen wie in Zeitlupe abgelaufen zu sein scheint.

Die Welt ist im Wandel, ja das war und ist sie in der Tat – der radikale Wandel steht uns jedoch erst bevor. Wie dieser Wandel allerdings aussehen wird, das liegt in unserer Hand.

Baum mit Stadt in der Krone

Das Kartenhaus fällt zusammen

Wir ernten derzeit die Früchte unseres Fehlverhaltens als Spezies: Plötzlich fällt uns auf, wie wir die Umwelt seit Jahrzehnten verschmutzen, es wird deutlich, wie tief wir uns in die Abhängigkeit einzelner Länder im Zuge der Globalisierung begeben haben, wir realisieren, wie schnell sich Lebensverhältnisse tatsächlich einschneidend verändern können, während wir nur den Weisungen von oben gehorchen, ohne dabei irgendeinen Einfluss auf die großen Vorgänge zu haben.

Unsere Elterngeneration hat in einer goldenen Zeit gelebt, während deren Elterngeneration in einer tiefdunklen Zeit gelebt hat; nun ist es an der Generation ’90 bis ’00 ein erneutes dunkles Zeitalter abzuwenden. Von welchem dunklen Zeitalter spreche ich?

Die Angst vor der „Arbeitsbefreiung“

Corona. Während eben noch nur in China Chaos herrschte, sind plötzlich die Schulen in ganz Deutschland geschlossen und das eigene Umfeld spricht von Erkrankten und Isolation. Und die größte Frage ist nicht: „Überlebe ich die nächste Zeit?“ sondern: „Kann ich morgen noch zur Arbeit?“

Wir, die arbeitende Schicht, ist besorgt, weil sie freie Tage fürchtet. Der Grund ist natürlich nicht die Angst vor freien Tage, sondern die Ursache der Arbeitsbefreiung: Ein Virus.

Wer kennt sie nicht? Die Apokalypse-Szenarien ala „Resident Evil“, „Zombieland“ und wie sie nicht alle heißen: eine unsichtbare Gefahr, die jederzeit in deinem eigenen Körper zuschlagen kann. Beängstigend ist dies wirklich und ich würde lügen, wenn ich behaupte, ich wäre völlig entspannt bei diesem Gedanken.

Die Unternehmen werden also in ihrer Geschäftsfähigkeit zunehmend eingeschränkt, die Beschäftigten werden teilweise aufgefordert, daheim zu bleiben. Wer weiß, ob der Betrieb morgen noch möglich ist?

Geld: Der Treibstoff der Menschenwelt

Wenn die Unternehmen nun also unfähig sind, ihren Betrieb aufrechtzuerhalten, ist die erste Maßnahme Massenentlassungen, insofern die staatlichen Zuschüsse nicht ausreichen. Somit droht vor allem den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in großen Betrieben der Verlust der Arbeit. Kommt es allerdings zur völligen Unfähigkeit des Betriebs, dann kann der Konkurs des gesamten Unternehmens drohen.

Wenn nun eine ganze Reihe an Betrieben weltweit dieses Schicksal erleiden, dann werden Kredite der Banken faul, auch diese werden zahlungsunfähig und die kleineren Kreditinstitute müssten sehr schnell ebenfalls die Segel streichen. Dies bedeutet für die großen Häuser ebenfalls Kreditausfälle. Da die „systemrelevanten“ Banken allerdings „too big to fail“ sind, werden diese wiederum massiv mit Steuergeldern versorgt. Damit wird also mühevoll erschaffener Wert der Wirtschaft, der vor allem von der arbeitenden Bevölkerung erwirtschaftet wurde, dazu genutzt, große Banken, die ohnehin nichts weiter getan haben, als Gelder an alle möglichen Nachfrager zu vergeben, zu retten.

Dies nennt man dann Wirtschaftskrise, was für die großen Kapitalverleiher nichts anderes als Zahltag bedeutet. Neben dem Geld, welches sie durch das Verleihen von Geld verdient haben, wird ihnen nun nochmals ein dicker Batzen zugeschoben, der zum Großteil aus den Milliarden Arbeitsstunden von Milliarden Menschen erwirtschaftet wurde. Dies nennt man dann „Umverteilung“.

Einmal mehr ist die Sache, die uns Menschen derzeit am meisten beschäftigt – der Corona-Virus – zwar ein Auslöser, aber nicht die Ursache für das viel größere Elend, welches daraus erwachsen kann.

Weckruf oder Untergang?

Dieser massive Stillstand des Handels, den wir derzeit erleben, könnte die oben beschriebene Kausalkette, die natürlich sehr stark vereinfacht ist, auslösen. Die Frage ist nun: Erkennt der Mensch, dass das Problem nicht die Krankheit, sondern dieses extrem instabile System ist, das wir als Spezies bis zu diesem Zeitpunkt an den aktuellen Punkt seiner Verfassung gebracht haben?

Ist die Lehre, die wir daraus ziehen, dass wir uns nun alle impfen und 24/7 vollständig scannen lassen und uns der Gnade der Pharmaindustrie, der humantechnologischen Überwachung und des Gesundheitssektors bedingungslos ausliefern müssen, damit eine solche Epidemie nie mehr vorkommt?

Oder erkennen wir den Fehler in diesem von Grund auf kranken System, in das wir uns bis dato einbetten und einlullen haben lassen? Erkennen wir die Chance, die wir als Spezies in solch einer Situation wahrnehmen können? Ermächtige wir uns selbst oder begeben wir uns noch willenlose in die Hände der Hirten, die uns erst an diesen Punkt geführt haben?

Zeit zum Nachdenken

Wenn nun das öffentliche Leben vollständig eingefroren wird, dann wird der Mensch urplötzlich wieder mit sich selbst konfrontiert –  und auch das bietet Chancen.

Wenn die freie Zeit allerdings dafür genutzt wird, sich den Katastophen-Live-Ticker der Medien ohne Unterlass auszusetzen, dann ist es zwar nicht der Corona-Virus, der uns krank macht, sondern die Angst und die Panik VOR dem Virus.

Nutzen wir die Zeit jedoch, um uns unseres Körpers unseres Handelns und unserer Gedanken bewusst zu werden, dann kann dieser erzwungene Stillstand auch ein Heilmittel sein. Der ewige Arbeitstrott wird abrupt abgebrochen und der Mensch realisiert, wie viel Zeit seines Lebens für den Broterwerb aufgewendet wird.

Spielende Familie

Er lernt die Zeit, die er mit seiner Familie und Freunden verbringen kann, neu zu schätzen, widmet sich lange liegen gebliebenen Hobbys und fängt an, Dinge zu tun, für die anscheinend sonst nie Zeit ist.

Vor der körperlichen Gesundheit kommt zu allererst die Geistige! Wenn wieder Herr über unser Denken werden, dann kann daraus alles mögliche entstehen. Wenn wir uns jedoch willenlos in die Angstspirale hineinbegeben, dann kann aus einem Pandemie-Fall ein neuer Superüberwachungsstaat entstehen, in welchem wir mit großen Schritten auf Orwell’sche Verhältnisse zu marschieren.

Und das wünscht sich hoffentlich niefrau und niemand.


von Marco Lo Voi

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