„Lückenpresse“ – Die 4. Macht im Staate

Zwei Perspektiven auf eine komplexe Situation

Die Demonstrationen in Berlin am vergangenen Wochenende versetzten das ganze Land, ja ganz Europa in Aufruhr. Niemand kann ein allumfassendes Bild der Geschehnisse liefern, da der oder die Einzelne vorort unmöglich einen Gesamtüberblick haben konnte. Diejenigen, die die Demo über die vielen Live-Streams einzelner Demo-Teilnehmer verfolgt haben, – so wie ich – konnten nur das sehen, was diese Live-Streams ihnen zeigten.

Aus diesem Grund ist die Arbeit der Presse enorm wichtig. Sie ist nicht nur Berichterstattung, sondern schreibt mit ihren Beiträgen auch Geschichte, da sie die Erzählungen zu geschehenen Ereignissen und die Grundlage zur demokratischen Meinungsbildung liefert – die vierte Macht im Staate.

In diesem Artikel möchte ich selbst weniger sagen, sondern verschiedene Medien zu Wort kommen lassen. Unter den Videos werde ich aber dennoch einige persönliche Anmerkungen liefern, wie die Bilder und Videos aus meiner Sicht zu bewerten sind.

Eine kurze Vorbemerkung: Es gab nicht „die Demo“ in Berlin. Es wurden eine ganze Reihe an Demonstrationen für den Samstag angemeldet. Zum einen die „Querdenken-Demo“, die den größten organisatorischen Aufwand betrieben hat. Diese Demo  wurde zunächst verboten und schließlich doch genehmigt.

Daneben gab es einige Gegendemonstrationen verschiedener Gruppierungen und mindestens eine weitere Anmeldung am „Großen Stern“. Zusätzlich kam es zu spontanen Aktionen am Reichstagsgebäude selbst und an der Russischen Botschaft, die nicht angemeldet und auch nicht im Sinne der Querdenken-Veranstalter waren. Wer nun der Urheber dieser spontanen und aus meiner Sicht unverständlichen Aktionen ist, ist schwer zu sagen. Vieles lief über die zahlreichen Telegram-Chats, die sehr anfällig für Falschmeldungen sind und durchaus für solche Bewegungen verantwortlich sein können.

Meine Verschwörungstheorie dahinter ist jedoch, dass Geheimdienstakteure und der Verfassungsschutz an diesem Samstag ebenfalls ihre Finger im Spiel hatten und leicht manipulierbare Anhänger der Reichsbürgerbewegung zu solchen Kurzschlussaktionen bewegt haben könnten. Natürlich reine Verschwörungstheorie. Dies wird jedoch von offzieller Seite zumindest nicht abgestritten.

Wie „der Mainstream“ berichtet

Anfangen möchte ich mit Informations-Flaggschiff der deutschen Medienlandschaft: die Tagessschau. Sie hat immer noch die größte Reichweite aller Nachrichtenformate und ist daher stellvertretend für das zu sehen, was ich und viele andere als den „Mainstream“ bezeichnen. Im Folgenden beziehe ich mich nur auf die ersten Minuten dieser Ausgabe.

 

Anmerkungen:

Die Rede ist „von einem Protestzug“, der aufgelöst wurde. Dieser Demo-Zug war Teil der großen „Querdenken-Demo“ und hatte einen offiziellen Start-Zeitpunkt. Zu dieser Zeit gab es noch keine Maskenpflicht.

Was in der Tagesschau-Ausgabe nicht erwähnt wird, ist, dass der Start von der Polizei ohne Angabe von Gründen verzögert wurde. Allerdings strömten nach geplantem Beginn logischerweise immer mehr Menschen nach, während die Polizei weiter blockierte und den Zug nicht starten lies. Als es sichtlich eng wurde, wurde den Demonstranten spontan eine Maskenpflicht auferlegt. Weitere Anmerkungen:

  • Bei dem Interview der zweiten Dame in Minute 01:25 wurde ganz offensichtlich ein entscheidender Teil weggelassen und genau an der Stelle eingesetzt, an welcher sie sehr taktlos ja fast herzlos wirkt – das ist Manipulation durch Weglassung in Reinstform.
  • „Es gab Angriffe auf Polizisten“ heißt es, woraufhin auf eine einsame Bierflasche gezoomt wird, die irgendein einzelner agressiver Mensch geworfen hat. Diese Aktion ist nicht zu entschuldigen, aber noch längst keine Begründung für eine solche Aussage.
  • Minute 02:12: „wurde emotionaler“. Dies ist natürlich kaum nachvollziehbar, da die Demonstranten festgehalten wurden und ihnen dann eine Regel aufgezwungen wurde, die zuerst nicht vorhanden war und dann nicht mehr umsetzbar, weil die Menschen keine Masken dabei hatten. Und wie sollen das diejenigen mitbekommen, die irgendwo hinten in der Menge stehen, wenn vorne irgendwo eine solche Durchsage kommt?
  • Zudem war am Nachmittag dann keine Maskenpflicht mehr vorhanden, weil diese Spontan-Anweisung ja nur für den dann aufgelösten Demo-Zug gegolten hat, der ja anscheinend nichts mit der Hauptdemo an der Siegessäule zu tun hatte. An der Siegessäule war ganz offensichtlich genügend Platz und eine friedliche Stimmung, weshalb dort der größte Teil der Demo friedlich und ordnungsgemäß ablaufen konnte.
  • „Symbole der Rechtsextremen, DAZU Reichsbürger“ wird gemeldet, während man Menschen mit denselben Fahnen zeigt. Auf der einen „Reichsflagge“ ist zwar zusätzlich das „Eiserne Kreuz“ zu sehen, welches allerdings keine explizite Symbolik Nazi-Deutschlands ist, sondern bereits 1813 für Kriegsverdienste verliehen wurde und von Hitlerdeutschland in abgewandelter Form weiterverwendet wurde – streng genommen ist dies keine andere Flagge. Ich persönliche lehne dieses Abzeichen vor allem deswegen ab, weil es ein militärischer Orden ist und ich überzeugter Pazifist bin.
  • Die Polizei spricht von „Zehntausenden“ – hier wird bewusst eine genaue Angabe vermieden, denn „Zehntausende“ könnten „nur“ Zehntausend aber auch Sechzigtausend oder Hunderttausend sein. In „Zehntausende“ steckt aber das Zahlwort „Zehn“, weshalb die Assoziation eher zu dieser kleineren Zahl erfolgt. Eine weitere geschickte Lücke.

 

Anmerkungen:

  • „Bei den Anti-Corona-Demonstrationen“ – Dieser Ausdruck suggeriert, man würde „gegen das Virus demonstrieren“ es also „leugnen“, was nicht der Fall war.
  • „Reichsflagge – ein Symbol von Rechtsextremisten und radikalen Reichsbürgern“. Was es mit den sogenannten Reichsbürgern auf sich hat, werde ich in einem gesonderten Beitrag beleuchten. Hier wird jedoch ein pauschalisierendes Urteil gefällt, das definitiv nicht für alle Menschen gilt, die an besagtem Zeitpunkt vor Ort waren.
  • Steinmeier: „Wer auf Straßen den Schulterschluss mit Rechtsextremisten sucht, aber auch nur gleichgültig neben Neonazis, Fremdenfeinden und Antisemiten herläuft, wer sich nicht eindeutig und aktiv abgrenzt, macht sich mit ihnen gemein.“
    Hier wird also von höchster politischer Stelle im Prinzip ausgesagt: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Das heißt also, wenn man zu einer x-beliebigen Masse eine Person mit einer Reichsflagge dazu stellen würde und die Masse stehenbliebe, stehe die Masse automatisch hinter den Aussagen, die mit dieser Flagge assoziiert werden. Genau mit solchen Aussagen befeuert die Politik die Spaltung und Polarisierung der Gesellschaft.
    Steinmeier bezeichnet im Prinzip alle Menschen, die am Samstag vor Ort waren: Jugendliche, Kinder, ältere Menschen, Personen aus ganz Europa und der Welt, als Sympathisanten der von ihm genannten Personengruppen. Verunglimpfungen dieser Art sind der Grund, warum diese Menschen nicht aufhören werden, auf die Straße zu gehen.
  • Zum Bannmeilengesetz: Die Politik fürchtet sich offensichtlich vor „pöbelnden Massen“ und möchte sich daher wieder hinter einem Burggraben zurückziehen. Dies erinnert mich an feudale Zeiten.

 

Anmerkungen:

  • „die Demonstration aufzulösen“ – welche Demonstration? Ganz offensichtlich gab es mehrere. Außerdem wird hier nicht aufgezeigt, warum es zu der dichten Ansammlung der Menschen und damit zur Auflösung kam – eine klare Lücke.
  • Am Ende wird von der zentralen Kundgebung in der Nähe des Brandenburger Tors gesprochen, aber warum zeigt man keine Bilder davon? Wieder einmal eine Weglassung.

 

Anmerkungen:

  • Minute 0:08: eine wütende Demonstrantin in aggressiver Kampfhaltung.
  • Wie man in diesem Bericht sieht, war der Reichstag offensichtlich erheblich in Gefahr. Die Menge war derart außer Kontrolle, dass drei Polizisten sie davon abhalten konnten, nicht einmal eine Scheibe zu zerbrechen.
  • Beim BR waren es noch 18.000 Teilnehmer hier sind es schon 30.000.
  • Nichtsdestotrotz ist diese Aktion nicht zu entschuldigen und weder zielführend noch friedlich, weshalb ich sie ebenfalls verurteile.

 

Anmerkungen:

  • Zunächst spricht die Moderatorin von Demonstrationen, dann sagt sie, „die Demonstration“ wird aufgelöst. Damit soll vermittelt werden, dass danach alles vorbei sei.
  • Zu Minute 1:06: Also ich sehe im Hintergrund sehr viel Platz und augenscheinlich nur Menschen ohne Mindestabstand, die sich vermutlich kennen, weshalb für sie diese Regeln nicht gelten. Außerdem gab es offiziell die Durchsage, dass keine Maskenpflicht besteht, wenn genügend Raum zum Abstandhalten vorhanden ist.
  • Bei Minute 2:15 flieht die Reporterin aus der Diskussion mit dem zwar nicht gerade freundlichen, aber nicht aggressiven Herrn, als er anfängt, aus einer Sendung bei Markus Lanz zu zitieren, wobei sie das mit den Worten, es würden „krudeste Theorien verbreitet“ werden, kommentiert. Sie ist offensichtlich nicht bereit, mit diesem Menschen zu sprechen und wirft den Leute zugleich vor, man könne nicht mit ihnen reden.
  • Mir tut die Reporterin hier wirklich leid – und das meine ich ernst. Es ist bestimmt keine leichte Aufgabe, sich mitten unter von der Presse frustrierte Menschen zu begeben. An der Maske sieht man auch, dass die Reporterin hier durchaus mit der Angst zu kämpfen hat. Aber wenn man sich bereitwillig mitten in das Lager medienkritischer Leute begibt und mit diesen so spricht bzw. nicht spricht, dann darf man sich nicht wundern. Natürlich ist das keine Entschuldigung für die Einkesselung, aber man kann hier schon einer Provokation sprechen.

 

Anmerkungen:

  • „Es sind weit mehr als 30.000 Menschen“ – die Zahlen variieren hier also sehr stark. Niemand ist bereit, zuzugeben, dass dort wahnsinnig viele Menschen anwesend waren.
  • Zu Minute 01:45: Der Mann findet hier aus meiner Sicht ganz einfache und klare Worte, die die Reporterin dann aber sofort wieder relativiert und in einen Bezug zum Schlagwort „krude Theorien“ bringt, was aus meiner Sicht nichts von journalistischer Neutralität hat.
  • Minute 03:03: „Hier ist es friedlich“ – dort, wo also die eigentliche Querdenken-Demo tatsächlich stattfand, war es friedlich, bis die Polizei beschloss, den Demo-Zug aufzulösen.
  • Wie eine solche Auflösung ablaufen kann, sehen wir hier:

Mandala

 

Anmerkungen:

  • „Mit rechten Symbolen und Flaggen“ – Auch hier werden die Bilder „geframed“, womit zum einen die Polizeigewalt begründet und zum anderen die Sympathie den Protestanten entzogen werden soll. „Rechten“ darf man ja auch gern mal eins auf die Mütze geben.
  • Auch hier wird davon gesprochen, dass „die“ Demo aufgelöst wurde, obwohl die eigentliche Veranstaltung reibungslos verlief.
  • Außerdem frage ich mich, warum nach der Aussage des Polizisten keine Verantwortlichen der Demo zu Wort gekommen sind. Vielleicht, weil sie der Polizei eine Absicht in der Verzögerung des Demo-Starts unterstellten?
  • Zu Minute 01:18: Zudem werden auch hier wieder die klassischen Schlagworte benutzt und passend dazu aus dem Zusammenhang gerissene Bilder gezeigt.
  • „Auch nach der Auflösung der Demonstration“ – die Hauptdemo lief, wie bereits mehrfach erwähnt, ordnungsgemäß und legal bis zum späten Abend ab.

Zusammenfassung

In den hier zitierten Beispielen werden aus meiner Sicht bewusst Details, die jedem zugänglich wären, weggelassen. Es wird immer von „der Demo“ gesprochen ohne genau zu erklären, welche der Aktionen und Versammlungen man jetzt genau meint. Wie die Maskenpflicht zustande kam und dass sie eigentlich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht bestand, wurde auch nicht deutlich gemacht. Und natürlich wurden wieder die altbekannten Schlagwörter völlig undifferenziert und pauschalisierend in den Raum gestellt und mit passenden Schnittbildern unterlegt. Dies hat aus meiner Sicht leider zu wenig mit echtem Journalismus zu tun.

Die „andere Perspektive“

Anmerkungen:

  • Dieses Video finde ich gut, weil es weder kommentiert noch geschnitten ist. Hier kann jede und jeder von diesem Ort und diesem Zeitausschnitt einen eigenen Eindruck bekommen.
  • Natürlich zeigt auch dieses Video nur eine gewisse Zeitspanne einer gewissen Wegstrecke. Vielleicht hat man ja genau den Abschnitt gewählt, in welchem besonders wenige Reichsflaggen zu sehen sind?
  • Die Bilder wurden jedoch zu einem relativ frühen Zeitpunkt aufgezeichnet; die Straßen füllten sich nach Angaben von Anwesenden erst gegen 15 Uhr.

 

Anmerkungen:

  • In diesem Video kommen weitere Demoteilnehmerinnen und -teilnehmer zu Wort.
  • Der aufwendige Schnitt dieses Videos vermittelt den Eindruck, dass an diesem Tage aus allen Ecken und Ländern viele Menschen verschiedener Altersgruppen anwesend waren.
  • Dazu werden andere Bilder gezeigt, auf der nur vereinzelt eine Reichsflagge zu sehen ist. Natürlich kann man mutmaßen, dass die ganzen Reichsflaggen bewusst umgangen wurden, weil das russische Format „RT-Deutsch“ den nationalistischen Einfluss herunterspielen möchte.
  • Zu Minute 03:20: Hier sagt dieser Herr etwas  sehr Interessantes: Durch die Fokuslenkung des Mainstreams auf die Randgruppe der Reichsflaggenträger würden diese Medien ihnen eine Plattform bieten. Damit dreht er den Vorwurf, der den Menschen auf der Demo von Seiten der obersten Politiker gemacht wird, einfach um.

 

Anmerkungen:

  • Auch hier erfolgen die Bilder zunächst unkommentiert, was ich gut finde.
  • Zu Minute 1:55: sehr schöne kleine Ansage von diesem älteren Herren.
  • Bei Minute 5:10 wird gezeigt, dass der Demozug zunächst ohne Angabe von Gründen verzögert wurde.
  • Bei Minute 6:20 erklärt diese junge Frau, wie es sich für sie mit den Ansagen bezüglich des  Abstandhaltens verhalten hat.
  • Das Schlusswort von „Mr. Superman“ ab Minute 7:05 finde ich bemerkenswert: Er sagt, man müsse einen Nazi bewusst in die Mitte dieser bunten Menge ziehen, um diesen Menschen zu zeigen, dass es eben KEINEN Unterschied macht, welche Hautfarbe oder welche Religion jemand hat. Stattdessen fordern unsere Politiker und die Leitmedien dazu auf, sich abzuspalten, eine Grenze zu ziehen und die Kommunikation zu verweigern.

EDIT: Dieses Video wurde zwei Tage nach Ersterscheinung des Beitrags mit aufgenommen.

Anmerkungen

  • Dieses Video zeigt hier aus meiner Sicht die verschiedenen Gesichter der Demonstration des vergangenen Samstags sehr gut.
  • Die Kommentare des Filmers sind natürlich eher Aussagen eines Kritikers der Corona-Maßnahmen.
  • Interessanterweise ist dieses Video für mich das erste, in dem ein Reichsflaggen-Träger interviewt wird. Die Inhalte, die dieser Herr dann vorträgt, sind tatsächlich sehr neu für mich und bieten interessante Orientierungspunkte für eine weiterführende Recherche. Nationalistische, ausländerfeindliche oder gar antisemitische konnte ich aber zumindest bei diesem Herren nicht feststellen.

Anmerkungen:

  • Hier kann jeder und jede einen Eindruck davon bekommen, was an der Siegessäule los war – unkommentiert und mit lässiger Musik untermalt.

Anmerkung:

Am erstaunlichsten finde ich, dass Robert F. Kennedy, der Neffe des ehemaligen und dann erschossenen US-Präsidenten John F. Kennedy in Berlin an der Siegessäule eine flammende Rede gehalten hat und davon einfach nichts in der Tagesschau berichtet worden ist. Wenn man sich jedoch den Inhalt seiner Rede anhört, dann wird einem sofort klar, weshalb dieses winzige Detail außen vor gelassen wird. In anderen Mainstreammedien findet man klare Worte zu dem „Starredner“ der Querdenken-Demo: (1), (2), (3).

Zum Schluss möchte ich wieder einmal mein derzeitiges Lieblingsformat „Home Office“ anführen, in welchem vor allem Frank Höfer und Frank Stoner kritische Worte zu der Anwesenheit der zahlreichen Reichsflaggen äußern und aus meiner Sicht eine differenzierte Haltung zu den Geschehnissen an den Tag legen.

In den Kommentaren dieses Videos wird deutlich, dass die Gruppierung „Reichsbürger“ eine existierende Minderheit innerhalb der Minderheit der alternativen Medien-Landschaft darstellt, weil die Bewertungen des Videos überwiegend positiv sind, die Kommentare sich aber mehrheitlich kritisch zum Inhalt äußern. Außerdem zeigt Robert Stein einen Einblick in das Nuo-Viso-Material der Demo. Sie sprachen mit einigen Rednern und waren sehr nah am Geschehen bei der Siegessäule dabei.

Mandala

Abschlusskommentar

Die hier präsentierten Berichte allein sind schon viel Material. Dennoch bleiben auch diese paar Beiträge lediglich Ausschnitte aus den Ereignissen des vergangenen Samstags. Mit diesem Beitrag wollte ich aufzeigen, wie unterschiedlich der Fokus auf die Ereignisse des vergangenen Samstags gelegt werden kann. Natürlich ist dieser Beitrag hier nicht objektiv, weil auch ich ganz offensichtlich eine Meinung zu diesem Thema habe.

Wer jedoch eine feste Meinung zur Demo am Samstag hat, sich aber nicht ausreichend Zeit nimmt, die Beiträge der Gegenmeinung in voller Länge anzuhören, dessen oder deren Haltung ist aus meiner Sicht einseitig und vorrangig von Emotionen und nicht von einer differenzierten Betrachtung geprägt.

Die derzeitige Spaltung der Gesellschaft kann nur überwunden werden, indem wir nicht auf die pauschalisierende und verurteilende Rhetorik einer Tagesschau hereinfallen und uns wieder mit den Menschen direkt beschäftigen, anstatt nur über sie zu reden. Es müssen nicht alle einer Meinung sein, aber wenn man sich mit den Aussagen der Gegenseite beschäftigt, dann werden zumindest der Hass und die Intoleranz abnehmen. Man muss ja nicht in jedem Detail übereinstimmen.

Die Kommunikation der Menschen untereinander ist es, was meiner Ansicht nach wirkliche Demokratie ausmacht, nicht das spalterische Gerede von „verfeindeten Lagern“. Ich frage mich jeden Tag, warum gegen andere Meinung gehetzt werden darf, während Rassismus und Antisemitismus glücklicherweise lautstark abgelehnt werden?

Die unglaubliche Menge der mehrheitlich friedlichen Demonstration in Berlin hat mir jedoch die Hoffnung gegeben, dass es da draußen sehr viele Menschen gibt, die wirklich nach umfassenden Frieden streben.


von Marco Lo Voi

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