Wie ‚die Wirtschaft‘ die Welt regiert – Teil 3: Das Bankensystem

Fortsetzung

Im letzten Beitrag dieser Reihe ging es um die Frage, was genau dieses „Geld“, welches wir fast täglich benutzen, eigentlich ist. In diesem Beitrag soll es nun um die Verteilung dieses Geldes gehen. Wem gehört das, was wir Geld nennen? Was ist die FED? In welcher Beziehung steht meine Bank zu der EZB? Woher kommt das ganze Geld eigentlich?

Um diesen Beitrag zu verstehen, ist es unerlässlich, die vorigen beiden Teile dieser Beitragsreihe zu lesen, da hier bestimmte Dinge vorausgesetzt werden müssen.

Hier geht es zu Teil 1: Das große Ganze

Hier geht es zu Teil 2: Geld

Was unterscheidet Geschäftsbanken von Zentralbanken?

Zunächst ist es wichtig, zu verstehen, dass es verschiedene Arten von Banken gibt. Heute unterscheiden wir zwischen Zentralbanken und Geschäftsbanken. Mit dem sogenannten Glass-Steagall-Act wurde eine gewisse Zeit strikt zwischen „normalen Geschäftsbanken“ und „Investmentbanken“ getrennt, was aus meiner Sicht eine gute Sache war. Diese Trennung besteht heute jedoch nicht mehr. In diesem Beitrag werden deswegen alle Banken, die keine Zentralbanken sind, als „Geschäftsbanken“ bezeichnet.

Vereinfacht gesagt, kann man die Zentralbanken als Banken für Geschäftsbanken bezeichnen. Während der „einfache“ Bürger seine Ersparnisse auf einer Geschäftsbank hat, lagern die Geschäftsbanken wiederum ihre Reserven bei den Zentralbanken. Die Zentralbanken sind sozusagen die großen Verteilungs- und Aufbewahrungsstellen für Barreserven, also Schein- und Münzgeld. Sie versorgen die Geschäftsbanken mit Krediten und Bargeld. Heutzutage müssen die Geschäftsbanken nur noch einen Bruchteil (1%) dessen, was auf ihren Konten an Geld verbucht ist, in Schein- und Münzform vorrätig haben (Mindesreserve).

Neben dem alltäglichen Bankengeschäft, das aus Kreditvergaben, Aufbewahren von Ersparnissen und der Ausgabe von Bargeld besteht, betreiben viele Geschäftsbanken auch Investment an den großen Börsen. Dabei nutzen sie auch das Vermögen ihrer Sparer, um durch den Kauf von Aktien und mit der Spekulation über Kursverläufe das ihnen zur Verfügung gestellte Geld zu vermehren. Ganz recht: mit dem Geld auf deinem Konto wird nicht selten in Pharmakonzerne und/oder Rüstungsindustrien investiert und über Rohstoffpreise spekuliert.


Geschäftsbanken beteiligen sich am großen Spielcasino internationaler Börsen.


Die Zentralbanken stellen den Geschäftsbanken ihrerseits wiederum Kredite zur Verfügung, die auch in Form von Bargeld geliefert werden. Natürlich gewähren sich auch Geschäftsbanken untereinander Kredite und gleichen ihre Bilanzen aus. Diese Bilanzausgleiche sorgen dafür, dass eine Geschäftsbank keine Verluste erleidet, wenn zum Beispiel eine Person Bargeld von einem Konto einer anderen Geschäftsbank an ihrem Bankautomat abhebt.

Wenn ich beispielsweise Kunde der Commerzbank bin, aber bei einem Automat der Deutschen Bank Bargeld abhebe, verlangt die Deutsche Bank eine Gebühr für diese Abhebung. Diese Gebühr deckt die bürokratischen Vorgänge der Bilanzausgleiche zwischen den Geschäftsbanken. Es handelt sich also um ein komplexes Geflecht, das wie der verzweigte Venen- und Arterien-Verlauf im menschlichen Körper funktioniert. Das Geld muss dabei immer fließen, sonst kommt es zu Versorgungsengpässen an bestimmten Stellen.

„Zentralbankgeld“ und „Schuldgeld“

Nun kommt ein wichtiger Punkt, der für das Verständnis rund um das Thema „Wirtschaft“ wirklich essentiell ist: Der Unterschied zwischen „Schuldgeld“ und „Zentralbankgeld“. Verkürzt ausgedrückt, ist das, was wir Bargeld in Form von Scheinen und Münzen nennen, autorisiertes Zentralbankgeld und gesetzliches Zahlungsmittel. Das, was uns theoretisch digital auf unserem Bankkonto zur Verfügung steht, wird hingegen als „Schuldgeld“ bezeichnet. Es besteht also nicht nur ein materieller sondern auch ein juristischer Unterschied zwischen dem „Bankguthaben“ und „Bargeld“.

Wie bereits erwähnt, stellen die Zentralbanken den Geschäftsbanken das Bargeld zur Verfügung. Die Euro-Scheine in unserer Tasche kommen also direkt von der Europäischen Zentralbank und werden uns durch die Geschäftsbanken ausbezahlt. Da die Mindestreserve in Deutschland derzeit lediglich bei 1% liegt, muss man vor der Abholung größerer Geldmengen seiner Geschäftsbank vorher Bescheid geben, sodass diese eine höhere Menge Zentralbankgeld anfordern und bereitstellen kann. Die Zeiten riesiger, prallgefüllter Geldtresore in Geschäftsbanken gehören der Vergangenheit an.

Wenn eine Kundin nun einen Kredit über einen größeren Betrag aufnimmt, dann entsteht seitens der Geschäftsbank eine „Schuld“ gegenüber dieser Kundin. Entgegen der landläufigen Annahme, die Kreditvergabe erfolge nur im Rahmen der Geldmenge, die Sparerinnen und Sparer auf ihren Konten bei dieser Geschäftsbank haben, kann man platt ausgedrückt sagen, dass bei einer Kreditvergabe „Geld“ aus dem „Nichts“ geschöpft wird.


Das Guthaben auf eurem Konto ist im eigentlichen Sinne kein Geld und im Prinzip eine nicht staatlich lizensierte Währung.


Der Bankangestellte erzeugt durch einen einfachen Tastendruck eine Summe, die der Kreditnehmerin „gutgeschrieben“ wird (FIAT-Money). Die Geschäftsbank wird zum „Schuldner“ der Kreditnehmerin, indem sie über eine „Bilanzverlängerung“ ein Guthaben erzeugt, den sie der Kreditnehmerin schuldet („Schuldgeld“). Im gleichen Verhältnis stehen auch Zentralbanken und Geschäftsbanken. Die Geschäftsbanken nehmen Kredite von den Zentralbanken. Diese wiederum schöpfen Geld aus dem „Nichts“, indem sie es mittels autorisierter Druckerpressen einfach herstellen.

Diese Erkenntnis ist ebenso wichtig wie kurios. Die Geschäftsbanken haben also die Möglichkeit, Guthaben aus dem Nichts zu schöpfen. Der reale Gegenwert, der die Kreditsumme decken soll, wird von der Kreditnehmerin geliefert („Sicherheit“). Die Geschäftsbank stellt sich also hin, erzeugt einen Kredit aus dem Nichts und fordert dafür aber reale Werte. Das gleiche Spiel treiben die Zentralbanken, allerdings geben sie das Bargeld heraus. Sie schaffen also eine physisches Geld, das nur durch ihre Autorität eine gewisse Kaufkraft besitzt.

Der Trick mit dem Zins

Weil die Geschäftsbank sich in die Schuld eines Kreditnehmers begibt, indem sie ihr einen gewissen Geldbetrag zur Verfügung stellt und dieses in kleinen Bruchteilen als Bargeld („Zentralbankgeld“) ausgibt, verlangt eine Geschäftsbank zum Einen bestimmte Sicherheiten wie das geplante Haus oder das zukünftige Auto, für das der Kredit gedacht ist. Zum Anderen wird die Kredit-Summe immer verzinst. Das heißt, der Gläubiger (Kreditnehmer) muss mehr zurückzahlen, als er bekommen hat. Dieses Geld muss der Gläubiger wiederum irgendwie erwirtschaften, es also an anderer Stelle von jemand anderem bekommen.

Stellen wir uns kurz folgendes Modell vor: wir haben eine Insel, auf der 10 Personen leben. Jeder Person wird ein Kredit über 10 Geldstücke von einer Zentrale gewährt. Diese Zentrale verlangt jedoch von jeder Person am Ende einer bestimmten Zeit 11 Geldstücke zurück. Das heißt: Die Zentrale gibt insgesamt 100 Geldstücke aus, verlangt jedoch 110 Geldstücke zurück. Dies bedeutet, dass zwangsläufig nicht alle Personen dieser Insel ihren Kredit zurückbezahlen können. Die Lösung kann nur ein Wettbewerb auf dieser Insel sein, indem es Verlierer und Gewinner gibt.

Genau so funktioniert unsere Weltwirtschaft. Durch den Zins wird mehr Geld gefordert, als tatsächlich ausgeteilt wird. Dies ist eines der treibenden Kräfte, weshalb die sogenannte „Schere zwischen Arm und Reich“ immer schneller auseinanderklafft. Wenn die ganze Welt Kredite aufnimmt, dann sind die Gesamtforderungen der Banken ja höher als das, was durch die Kredite an Geld in den Umlauf gelangt.

Darum ist auch beinahe jedes einzelne Land der Welt hoffnungslos verschuldet. Die „Bundesrepublik Deutschland“ als wirtschaftsstarke Nation und von großer internationaler Bedeutung hat derzeit einen Schuldstand von über 2,27 Billionen Euro (Stand: 17.05.2021). In Zahlen:

2 274 934 000 000

Dies entspricht einer Pro-Kopf-Schuld von 27 340 Euro (Quelle). Jeder Mensch wird in Deutschland also mit einer Kreditschuld von fast 30 000 Euro geboren. In jeder weiteren Generation kommen die Kinder mit einer immer weiter wachsenden Schuld auf die Welt. Der Blick auf die sogenannte „Schuldenuhr“ zeigt uns den Zinsmechanismus bei der Arbeit.


Jede Sekunde erhöhen sich die Staatschulden, also die gemeinschaftlichen Schulden aller Steuerzahlerinnen und Steuerzahler um 8 740 Euro.


Wem schuldet Deutschland dieses ganze Geld?

Als ich etwa in der 6. Klasse war, fragte ich meine Wirtschaftskunde-Lehrerin in meiner kindlichen Naivität, wem Deutschland denn dieses Geld schulde. Ihre Antwort war: „der Deutschen Bank“. Dann fragte ich weiter: „Aber wem gehört die Deutsche Bank?“. Sie antwortete daraufhin: „Deutschland“. Meine Verwirrung stieg ins Grenzenlose: „Aber wenn die Deutsche Bank Deutschland gehört, wie kann Deutschland dann ihrer eigenen Bank Geld schulden?“ Daraufhin wusste sie nicht recht zu antworten. Bei mir wurde also schon im Jahre 2006 der Samen für die Zweifel an diesem Wirtschaftssystem gesät.

Heute weiß ich: meine Lehrerin hatte einfach keine Ahnung. Das Bestürzende ist jedoch, dass ich selbst nach meinem dreijährigen Abitur auf dem Wirtschaftsgymnasium keine Antwort auf diese Frage erhalten habe. Erst nachdem ich mich auf eigene Faust intensiv mit diesen Fragen auseinandersetze, beginne ich zu verstehen, dass die aller meisten Menschen auf diese und ähnliche Grundsatzfragen keine Antworten haben. Um die Antworten, die ich bisher gefunden habe, zu verstehen, müssen wir nochmals in die Geschichte zurückblicken.

Mandala

Die Entstehung der Zentralbanken

Wie bereits im ersten Teil dieser Reihe angerissen, entstand die erste Zentralbank im Jahre 1913 in den USA. In diesem wegweisenden Jahr fanden sich die reichsten Bankiersfamilien der USA zu einem geheimen Treffen auf Jekyll Island zusammen, um dort die Grundlagen für den 1915 verabschiedeten Federal Reserve Act zu legen. Dies war die Gründung der wichtigsten Finanzinstitution der Welt: des Federal Reserve Systems, kurz FED.

Die FED ist allein schon angesichts ihrer Bezeichnung eine Mogelpackung, da es sich keineswegs um eine staatliche Einrichtung noch um eine einzelne Bank handelt. Die FED ist eigentlich ein Netzwerk bestehend aus den damals reichsten Geschäftsbanken der USA und damit faktisch eine Privatorganisation. Die Gründer der FED haben es geschafft, sich das Recht der Geldschöpfung von der US-amerikanischen Regierung überschreiben zu lassen. Damit kann man im Grunde genommen sagen, dass bis zum heutigen Tag Privatpersonen das Privileg einer hauseigenen Gelddruckmaschine besitzen.

Die FED besteht aus 12 US-Geschäftsbanken, die in den folgenden Standorten angesiedelt sind: Boston, New York City, Philadelphia, Cleveland, Richmond, Atlanta, Chicago, St. Louis, Minneapolis, Kansas City, Dallas, San Francisco.

Im Gegensatz zur Europäischen Zentralbank (EZB) ist das „Zentralbank-Netzwerk“ der USA ein Verbund aus privaten Geschäftsbanken. Damit besitzen also Privatbanken das Privileg, praktisch unbegrenzt Bargeld zu drucken. Im letzten Teil habe ich bereits dargelegt, wie mächtig der US-Dollar ist. Diese Macht liegt also in den Hand von einer Clique aus Privatbankern. Diesen Umstand kann man nicht wegdiskutieren.


Der US-Dollar ist eine Privatwährung.


Natürlich hat die FED dafür auch bestimmte Aufgaben übernommen, an denen sich die später gegründeten Zentralbanken in anderen Ländern orientiert haben. Diese Aufgaben habe ich bereits in Teil 2 der Beitragsreihe angerissen. Kurz gesagt steuern die Zentralbanken die Geldmenge und die Leitzinsen der Finanzwirtschaft. Sie versuchen also, den Mechanismus der „Inflation“ im Griff zu behalten. Damit sind sie der maßgebliche Faktor dafür, wie sich die Preise für alles, was es zu kaufen gibt, entwickeln.

Obwohl in der Tagespresse stets das Ringen um die Wahl der richtigen Mittel der FED diskutiert wird, haben sie im Prinzip nur zwei beziehungsweise drei Werkzeuge, mit der sie die internationale Finanzwirtschaft regulieren können:
1) Der Leitzins
2) Die Geldmenge
3) Die Außenkommunikation
Die Leitzinsen sind bereits bei „0“. Nun druckt die FED Geld ohne Ende. Und macht Versprechungen, die sie nicht halten kann.

Was unterscheidet die EZB von der FED?

Im letzten Beitrag zum Thema „Geld“ habe ich erläutert, wie bereits zu Zeiten der Weltkriege Staaten wie Deutschland mit ihren nationalen Staatsbanken so viel Geld gedruckt hatten, sodass der Wert ihrer nationalen Währungen in den Keller sanken. Damals wurde der Gelddruck in Deutschland noch einzig von der Reichsbank gesteuert, die im Laufe des Krieges direkt dem Staat unterstellt wurde.

Mit Ende des Zweiten Weltkriegs endete auch die Zeit der Reichsbank. Erst 1957 gründete sich die „Deutsche Bundesbank“. Die Organisationstruktur der Bundesbank hat sich seitdem aus historischen Gründen immer wieder geändert. Heute ist sie Teil des europäischen Zentralbanksystems, beaufsichtigt die deutschen Geschäftsbanken, verwaltet Konten nicht-privater Institutionen und kontrolliert die Geldmenge in Deutschland. Sie ist nicht mehr für die Verteilung des Zentralbankgeldes bzw. dessen Produktion zuständig. Dies obliegt einzig der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die Deutsche Bundesbank „ist eine bundesunmittelbare juristische Person des öffentlichen Rechts und gehört zur mittelbaren öffentlichen Verwaltung“ (Quelle). Dieses juristische Kauderwelsch zu entwirren, ist nicht leicht. Meiner Recherche zufolge bedeutet dies stark vereinfacht, dass die Deutsche Bundesbank zum einen ähnlich des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBBs) mit besonderen Aufgaben vom Staat betraut ist, zu ihren obersten Bundesorganen zählt, aber dennoch völlig unabhängig und unkontrolliert agiert (Quelle: S. 15 & 19).


Das oberste Gebot für Zentralbanken ist also einzig und allein die Preisstabilität


Die Deutsche Bundesbank ist seit dem Vertrag von Maastricht zudem die deutsche Zweigstelle der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB „gehört“ allen nationalen Zentralbanken der Europäischen Union (EU), wozu auch die Deutsche Bundesbank zählt. Die „Eigentümer“ der EZB stellen die Geschäftsanteile am Kapital der EZB in Abhängigkeit der wirtschaftlichen Stärke ihres jeweiligen Landes. Die Verantwortlichen der EZB werden vom Europarat gewählt.

Damit unterscheidet sich die Struktur des Europäischen Zentralbanksystems (ESZB) von der FED hinsichtlich ihrer Eigentumsfrage. Die EZB, deren Sitz im Übrigen in Frankfurt ist, ist einerseits politisch unabhängig, andererseits aber auch nicht wirklich privat. Die Entkopplung von politischer Kontrolle ist eine zweischneidige Angelegenheit. Da die Politik enormem Lobbyeinfluss unterliegt und nur überschaubaren Sachverstand vorweist, ist eine Unabhängigkeit durchaus sinnvoll. Andererseits kann dies ebenfalls zu Korruption und zwielichtigen Deals innerhalb der Zentralbankstruktur und Handlungsentscheidungen führen, die gegen vertraglich verbriefte Abmachungen verstoßen. Dies hat die „Anstalt“ in einer genialen Episode gut herausgearbeitet:

Zusammenfassung

Am Schluss bleibt immer noch die Frage, wem die Bundesrepublik das ganze Geld schuldet? Das Stichwort hier ist der Begriff „Staatsanleihe“. Wenn es heißt, dass ein Staat „Staatsanleihen“ herausgibt, bedeutet es im eigentlichen Sinne nicht, dass die Käufer der Staatsanleihen etwas bekommen. Es verhält sich eigentlich genau anders herum: Wenn Privatpersonen, andere Staaten oder Banken Staatsanleihen kaufen, dann vergeben sie eigentlich einen Kredit.

Auf dieser Seite der Deutschen Finanzagentur kann nachgesehen werden, wie viele Kredite zu welchen Laufzeiten die Bundesrepublik bereits aufgenommen hat. Wer im einzelnen diese Kredite gewährt hat, geht aus den Angaben der Finanzagenturen nicht genau hervor. Wie im letzten Beitrag angedeutet, werden Staaten heutzutage ähnlich wie Unternehmen geführt. Sie sind ebenso wie beispielsweise der Automobilhersteller BMW von Kreditgebern abhängig.

Fatal wird es für Staaten, die keine eigene Währung mehr besitzen, weil sie zum Beispiel Mitglied im Euro-Währungs-Raum sind. Damit haben sie die Steuerung über die nationale Geldpolitik ihres Landes an andere abgetreten. Prominentes Beispiel ist Griechenland. Hier hat die EZB gesetzwidrig griechische Staatsanleihen gekauft.

Da die EZB eigentlich quasi-staatlich ist und der Vertrag von Lissabon ausgeschlossen hat, innerhalb der EU Schulden anderer Staaten zu übernehmen, hat sie sich wie eine privatrechtliche Institution verhalten. Man könnte es als Offenbarungseid der Zentralbank betrachten, doch nicht wie ein staatliches sondern wie ein privatrechtliches Organ zu handeln.

Während die FED also eindeutig privat ist und mit jedem weiteren Dollar-Kredit viele Staaten von wenigen Privatpersonen abhängig werden, haben wir in der Vergangenheit gesehen, wie selbst die EZB privatrechtlich agiert. Bei Zentralbanken verschwimmen also die Grenzen des Privaten und der Öffentlichkeit. Ausgerechnet am neuralgischen Punkt „Finanzen“. Ohne Geld geht nichts. Wenn also privatrechtlich agierende Personen an diesem Hebel sitzen, kann von der Politik als maßgebliche Ebene nicht mehr gesprochen werden.

Anhand der Zentralbanken wird deutlich, wie „die Wirtschaft“ die Welt regiert.

Im nächsten Beitrag dieser Reihe werde ich mich näher mit den Börsen und dem sogenannten Finanzmarkt auseinandersetzen. Was passiert an den großen Spieltischen der Welt? Diese Frage entscheidet über das Schicksal vieler Millionen Menschen.


von Marco Lo Voi

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