„Zensur“ oder „Gesellschaftliches Versagen“? Über das Schweigen der Kulturschaffenden

Wo sind die kritischen Künstlerinnen und Künstler?

Es herrschen schwere Zeiten. In solch schweren Zeiten sind grundlegende Entscheidung nochmals schwerwiegender. Ich habe für jede und jeden Verständnis, der oder die sich auf Grund weltlicher Zwänge wie Geld, Arbeit und Sicherheit oder sozialer Ängste entgegen seinen oder ihren eventuellen Überzeugungen und Meinungen handelt.

Die Spaltung der Gesellschaften in den verschiedenen Ländern der Erde vor allem in Bezug auf das Thema „Corona“ verschont niemanden. Kulturschaffende sind dabei nicht ausgeschlossen. Auch unter ihnen gibt es bestimmt Kritikerinnen und Kritiker der Herangehensweise an die Pandemie-Bewältigung. Selbstverständlich gibt es auch Kulturschaffende, die hinter den Maßnahmen stehen, kein Frage. Grundsätzlich sollte jeder Mensch seine Meinung dazu frei äußern dürfen.

Ich persönlich habe schon in jungen Jahren meine Liebe zur Musik entdeckt. Bereits im Grundschulalter bin ich mit einem alten Discman über den Pausenhof gelaufen und habe wochenlang für einen der ersten MP3-Player mein kleines Taschengeld aufgespart. Musikalisch wurde ich früh durch meinen älteren Bruder geprägt, der vor allem Hip-Hop, aber auch Rock und Techno hörte. MTV und Viva im TV-Programm gehören mit zu meinen ersten Kindheitserinnerungen.

Die deutschsprachige Musik hat mich dabei immer schon mehr gefesselt als die englischsprachige. Ich erlebte meine erste Ausbildung in Sachen „Sprache“, „Reimkunst“ und „Politik“ dabei durch die Rap-Musik der frühen 90er. Vor allem „Eins, Zwo“ mit Dendemann, „Advanced Chemistry“ mit Torch, „Blumentopf“, „Main Concept“ und „Freundeskreis“ thematisierten immer wieder wichtige Themen oder brillierten mit genialen Wortspielereien.

„Der Protokollant dessen Motto bestand/
Im Hoffen auf bessere Zeiten der Wäscheseiten vom Otto-Versand /
Schon allein deshalb ist der Gedanke an ’nen Job und des Lebens Essenz seither/
Längst weit mehr als der Durchschnitts-Adoleszenz-Nightmare“

„Wenn du dein Mikrofon checkst und nur mit miesem Flow rappst/
Bist du zum Scheitern verurteilt so wie der Friedensprozess/
Doch wenn ich auf einer Bühne meine Parts droppe/
Dann sind noch mehr Hände in der Luft als Schadstoffe!/
Leute live zu rocken ist wie lesen, manche lernen es nie/
Doch am Mic hab ich mehr Ausstrahlung als Kernenergie“

„Bist Mitbürger mit Steuerlast obwohl du keine Bürgerrechte hast/
Und der Arbeitgeber scheißt auf meinen grünen Pass/
Wenn ich nach Arbeit frag, er meine Hautfarbe nicht mag/
Macht sich für mich kein Gesetz stark“

„Doch Babylon macht mir ein Angebot/
Ein Rädchen im Getriebe zu sein, und alles im Lot/
Sichert mir mein täglich Brot/
Babylon kennt die Trends, nutzt die Tendenz/
Meine Angst um meine Existenz/
Meine Intelligenz in seinem Dienst erwartet man,/
Da helfen keine Worte und pubertärer Tatendrang/
Starte dann mein Leben mit Sorge um den nächsten Tag,/
Wenn mir jeden Tag jeder sagt,/
Hass und Neid macht jeden stark“

„Wenn der Vorhang fällt, sieh hinter die Kulissen/
Die Bösen sind oft gut und die Guten sind gerissen/
Geblendet vom Szenario erkennt man nicht/
Die wahren Dramen spielen nicht im Rampenlicht“

Da ich großer Rap-Fan bin, kann ich vor allem aus diesem Genre berichten. Natürlich weiß ich, dass auch in allen anderen Genres geniale Texte und wichtige Inhalte stattfanden und stattfinden, für die ich später ebenfalls noch einzelne Beispiele anfügen möchte.

Derzeit erlebe ich jedoch ein zwar nach und nach aufbrechendes, aber immer noch bedrückendes Schweigen im kulturellen Bereich in Bezug auf das derzeit global vorherrschende Thema „Corona“. Von vielen meiner geistigen Vorbilder, von denen die obigen vier Beispiele nur Auszüge sind, hätte ich angesichts ihrer Aussagen, die sie in einzelnen Texten und Liedern geäußert haben, erwartet, sich öffentlichkeitswirksam zu positionieren oder kritische Lieder zu veröffentlichen insofern sie natürlich eher Angst vor den Maßnahmen als vor dem Virus selbst haben.

Die Themen „Freiheit“, „Gerechtigkeit“, „Gesundheit“, „Moral“ und „Konformismus“ waren immer schon feste inhaltliche Bestandteile der Werke meiner Lieblingskünstler. Weshalb verhalten sich genau diese Kulturschaffenden derzeit so still? Mit diesem Beitrag möchte ich versuchen, eine Erklärung dafür zu finden.

Sozialer Druck

Wie in den einleitenden Worten zu diesem Beitrag bereits erwähnt, habe ich für alle Menschen Verständnis, die sich entgegen ihren eigenen Überzeugungen verhalten, weil sie wie alle anderen Menschen auch unter demselben sozialen Druck leiden. Niemand will von seinem sozialen Umfeld ausgestoßen sein. Kulturschaffende sind eben auch nur Menschen. Allerdings sind Künstlerinnen und Künstler ebenso wie Politiker öffentliche Personen. Gerade sehr publikumsorientierte Künstlerinnen und Künstler, die ihre eingefleischten Fans als erweiterter Freundes- oder gar Familienkreis betrachten, möchten keinen Menschen ausschließen, enttäuschen oder beleidigen.

Darum stehen Kulturschaffende unter einem zweifachen sozialen Druck: einerseits aus dem privaten Umfeld andererseits aus der Öffentlichkeit. Noch viel schwieriger haben es nun Künstlerinnen und Künstler, deren Kunst vor allem gesellschaftskritisch und politisch aufgeladen war und ist und in der Vergangenheit auf Grund ihrer Systemkritik Relevanz und Reichweite hatten.

Diese Kulturschaffenden stehen nun vor dem Dilemma, eigentlich als kritisches Korrektiv die Handlungen der Mächtigen und Reichen sowie das Verhalten der breiten Masse bewerten und hinterfragen zu müssen. Allerdings erleben wir derzeit eine mediale Schlammschlacht nach der anderen, wenn einzelne Personen des öffentlichen Lebens sich positiv gegenüber kritischen Stimmen in Bezug auf die Pandemie-Politik äußern. Jüngste Beispiele sind Nena und Katarina Witt.

Menschen - Sillhouetten

Dieser soziale Druck, der aus meiner Sicht von den Medien befeuert wird, hat in den „Corona-Zeiten“ eine neue Dimension erreicht. Es reicht bereits aus, sich besorgt um die Gesundheit von Kindern zu äußern, um von selbsternannten Faktencheckern unter Beschuss genommen zu werden, wie dies mit Marlene Lufen geschehen ist.

Dennoch gibt es innerhalb der Fan-Gemeinde systemkritischer Künstler Menschen, die gerade in schwierigen Zeiten wie diesen von ihren Idolen erwarten, sich jetzt zu erheben und ihren Einfluss geltend zu machen. Dazu zähle ich mich selbst. Wenn sie dies jedoch tun, dann laufen sie Gefahr, einen gewissen Teil ihrer Fangemeinde zu verlieren. Und genau dort beginnt das Spannungsfeld zwischen „Zensur“ und „gesellschaftlichem Versagen“.

Schweigen scheint dabei jedoch die beste Strategie, da sie im Nachhinein sagen können, sie wären mit der Politik nicht einverstanden gewesen. Wenn sie schweigen, wissen die Fans nicht, ob die Künstler Kritiker oder Befürworter der Maßnahmen sind und halten darum im Zweifel zu ihren Idolen. Wenn es dann irgendwann für deren künstlerische Existenz keine Bedrohung mehr darstellen sollte, können sie sich immer noch rückblickend kritisch äußern. Schweigen ist eben doch Gold. Menschen wie ich sind einerseits zwar enttäuscht , können es auf der anderen Seite aber durchaus nachvollziehen und darum vergeben, aber bestimmt nicht vergessen.

Ich möchte damit nicht sagen, dass alle meine Lieblingskünstler sich jetzt kritisch zu den Maßnahmen äußern sollen. Es wäre jedoch ehrlich und mutig, ihre Meinung, egal in welche Richtung sie auch gehen mag, öffentlich zu äußern. Doch es scheint, als seien die Zeiten vorbei, in denen Künstler und Gelehrte als Mahner und Warner in Erscheinung treten.

„Du hast eine Meinung, sie hat eine Meinung
Er hat eine Meinung zu dem allen
Woher hast du deine?
In der Propaganda gibt es nämlich einiges an Fallen
Heute ist es dies, gestern war es jenes
Morgen ist es das
Vielleicht bist du für den Frieden, schürst dabei den Krieg
Bist für Liebe, aber schürst den Hass“

Wirtschaftlicher Druck

Eng mit dem ersten Aspekt verzahnt – und bei Kulturschaffenden wohl beinahe zur Untrennbarkeit zusammengerückt – entsteht der wirtschaftliche aus dem sozialen Druck. Wenn Kulturschaffende auf Grund ihrer gesellschaftlichen und politischen Positionierung Gefahr laufen, einem Teil ihrer Fangemeinde auf die Füße zu treten, könnten dadurch überlebenswichtige Einnahmen wegfallen.

Man muss sich nur mal Kommentare unter entsprechenden Artikeln zu Prominenten, die sich gesellschaftspolitisch äußern, ansehen: dort schreiben entsetzte Fans, dass sie all ihre CDs und Schallplatten an die Person zurücksenden würden, sie für verrückt oder verwirrt erklären, etc. wie beispielsweise unter dem Artikel über die Sängerin „Nena“ geschehen. Dies zeugt aus meiner Sicht von dem hohen Grad der Emotionalisierung, die hinter diesen Themen steckt und erhärtet zugleich meine Vermutung.

Gerade kleine, junge und weniger etablierte und abgesicherte Künstlerinnen und Künstler haben es in den letzten Jahren noch nie leicht gehabt, sich mit ihrer Leidenschaft einen Lebensunterhalt verdienen zu können. In Zeiten von „Spotify“ und „Youtube“ schrumpfen CD-Verkäufe und Plattenverkäufe zusammen. Diese Künstler sind häufig von ihren Live-Auftritten abhängig. Da diese zurzeit ebenfalls unmöglich sind, sind es alleinig die mageren Verkaufszahlen ihrer Veröffentlichungen, die sie über Wasser halten. Wenn sie nun mit einer öffentlichen Diffamierungskampagne überzogen werden, dann ist ihr finanzieller Ruin gewiss.

„Die meisten kommt’s nicht komisch vor
Doch ist stell’s mir so nicht vor/
Viele leben Hip-Hop nur noch durch den Monitor/
und anstatt Backstage triff man sich heute im Chat/
Doch ich erreiche meine Fans nur noch mittels Rap“

Kritische Kunst

Ich kann aus den oben ausgeführten Gründen also durchaus nachvollziehen, weshalb sich viele Kulturschaffende, die eventuell eine kritische Einstellung zu den Entwicklungen des letzten Jahres haben, nicht öffentlich äußern. Es wurde im Prinzip ja auch schon alles gesagt. Es gibt eine unglaublich Anzahl an kritischen Liedern, die all die Themen, die durch „Corona“ betroffen sind, künstlerisch aufarbeiten. Ich möchte euch hier ein paar weitere Beispiele liefern, die mich persönlich für die Themen „Freiheit“, „Gerechtigkeit“, „Gesellschaftskritik“ und viele andere Themen sensibilisiert haben:

Fazit: „Zensur“ oder „gesellschaftliches Versagen“?

Vielfach wenn man über die Abhängigkeiten einzelner Verlagshäuser, Nachrichtenportale, die Einseitigkeit der Staatsmedien oder die immer weiter um sich greifenden Löschungen auf Twitter und Youtube diskutiert, dann fällt dabei schnell der Begriff „Zensur“. Die Kritiker sprechen von „Zensur“, wenn maßnahmenkritische Inhalte unterdrückt, gelöscht oder ignoriert werden. Diejenigen, die eher pro-Corona-Maßnahmen sind, sehen diese Entwicklungen zwar auch, bezeichnen diese aber nicht als „Zensur“, weil der Vorgang der „Zensur“ ja nur durch ein staatliches Organ stattfinden kann. Außerdem steht Zensur schließlich im Widerspruch zur Meinungsfreiheit, die uneingeschränkt gegeben sei.

Da beispielsweise „Youtube“ ein Unternehmen ist, fallen dort stattfindende Löschungen nach dieser Definition nicht unter den Begriff Zensur.

Was sagt der Duden zum Wort Zensur?:

Zensur: „2a: von zuständiger, besonders staatlicher Stelle vorgenommene Kontrolle, Überprüfung von Briefen, Druckwerken, Filmen o. Ä., besonders auf politische, gesetzliche, sittliche oder religiöse Konformität
(Quelle)

Der Staat wird hier ebenfalls besonders hervorgehoben. „Zensur“ finde aber auch statt, wenn Inhalte von „zuständiger Stelle […] auf politische, gesetzliche, sittliche oder religiöse Konformität“ geprüft werden. Insofern könnte man das Handeln der für die Löschung bei Youtube Zuständigen also auch als Zensur bezeichnen. Dank der künstlichen Intelligenz sind es jedoch meist nicht Personen, die Löschungen vornehmen, sondern digitale Algorithmen. Ist das dann immer noch „Zensur“?

In Bezug auf die Kultur könnte man also je nach angenommener Definition von einer „Selbstzensur“ der Künstlerinnen und Künstler sprechen, da sie wohl sehr genau prüfen werden, was sie schreiben, sagen, singen oder anderweitig äußern.

Um dieser sehr fruchtlosen Diskussion aber aus dem Weg zu gehen, würde ich persönlich eher von einem „gesellschaftlichen Versagen“ sprechen. Warum?

Aus meiner Sicht ist der Umstand, dass Künstlerinnen und Künstler ja durchaus sagen können, was sie möchten, weshalb man selbstverständlich noch nicht von einer Diktatur sprechen kann, es aber dennoch nicht tun, wirklich fatal.

Heutzutage wird die Intoleranz gegenüber kritischer Meinung immer mit der Aussage begründet, dass zwar jeder im Prinzip alles sagen könne, man aber mit den Konsequenzen leben müsse. Den Aussagen von Thomas Röper, deutscher Russland-Experte und Journalist aus St. Petersburg, zufolge, entspricht das in etwa dem Umgang mit Trans- oder Homosexuellen in Russland. Er sagte, dass es in Russland zwar nicht verboten sei, als transsexueller Mensch herumzulaufen, man aber dann auch damit rechnen müsse, von sehr orthodox-konservativen Menschen beleidigt oder gar körperlich angegangen zu werden (Zitat: „bespuckt werden“).

Ich persönlich lehne beides, sowohl die Abwertung und Verletzung auf Grund von Äußerlichkeiten oder sexueller Orientierung als auch auf Grund anderslautender Meinung, für mich kategorisch ab. Zwar besteht ein Unterschied im verletzt bzw. „bespuckt werden“ und einem sozialen Pranger mit eventuellem Job- und/oder Einkommensverlust, die Argumentation ist in beiden Fällen jedoch identisch. Allerdings wird hierzulande derzeit vor allem das Thema „Geschlechtergerechtigkeit“ extrem gepusht, während „Gerechtigkeitund Toleranz hinsichtlich der Meinungsfreiheit“ zum Freiwild erklärt wird. Für mich ist dies ein weiterer Ausdruck extremer Doppelmoral.

Das heißt nicht, dass Künstler sich nicht politisch äußern dürfen und würden. So lange sie zu den richtigen Themen wie Umweltschutz, Rassismus und Feminismus das Richtige sagen, ist aktivistische Kunst eine noble Angelegenheit. Weicht man jedoch von diesem eng abgesteckten Meinungskorridor ab, flammen gleich heftige Debatten auf, die meiner bisherigen Beobachtung leider zu selten sachlich verlaufen.

Ein wunderbar anschauliches Beispiel ist folgende Diskussionsrunde zwischen dem sehr polarisierenden Rapper „Prezident“ und dem Künstler „Form“. Dabei zeigt allerdings vor allem die Moderatorin ihre absolute Unfähigkeit, ihre Aufgabe als neutrale Vermittlerin gegenteiliger Positionen zu erfüllen. Leider ist die Diskussion nur noch im Audioformat auf Youtube zu finden. Nichtsdestotrotz sind Diskussionen wie diese wichtig und ein Schritt in die richtige Richtung. Genau diese Diskussionen wären jedoch in Zeiten der Pandemie noch viel notwendiger.

Abschließend möchte ich nochmals betonen, dass für mich ist das Schweigen der Künstlerinnen und Künstler ein alarmierender Indikator für den eigenhändigen Abbau der Meinungsfreiheit ist. Wenn bereits die Kunst, die eigentlich bestehende gesellschaftliche Missstände thematisieren und in das Bewusstsein der Menschen bringen sollte, verstummt, verstummt damit zugleich unser gesellschaftliches „Gewissen“.

Liegt unser „Gewissen“ als Gesellschaft nur im Koma oder ist es im Begriff, gänzlich zu sterben? Schließlich haben wir im Laufe des Jahres 2020 erkannt, dass Kunst und Kultur nicht systemrelevant sind. Doch ebenso, wie ein gesundes Immunsystem von den weißen Blutkörperchen abhängt, hängt das Gewissen und die Menschlichkeit im Gesellschaftssystem von der Existenz eben dieser Kultur ab. Darum schließe ich mich der Forderung der Bewegung „Alarmstufe Rot“ an: Kultur ist durchaus systemrelevant!


von Marco Lo Voi

8 Antworten auf “„Zensur“ oder „Gesellschaftliches Versagen“? Über das Schweigen der Kulturschaffenden”

  1. Bitte nicht die Trash Darsteller als Musiker beschreiben oder der Hip Hop Welle zuschreiben gerade die oben eingestellten Video,s gerade diese Vögel Blumentopf,der Mannheimer Drogen Sumpf Naidoo,Freundeskreis waren mehr so was wie Eintagsfliegen 😉👍man dein Bruder hat Dich voll verarscht 😉👍👍

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    1. Hi Matt,
      es fällt mir zugegebenermaßen etwas schwer, bei deinen Sätze ohne Komma und Punkt zu unterscheiden, was Ironie und was Ernst ist.
      Es stimmt natürlich, dass beispielsweise ein Max Herre eine aus meiner Sicht weniger glanzvolle Wandlung hingelegt hat, mit dem Beitrag wollte ich aber zeigen, dass eben alle nur Menschen sind und eben nicht für immer und uneingeschränkt das verkörpern, was sie zu einem bestimmmten Zeitpunkt gesagt, gesungen oder gerappt haben. Auch wenn ich das natürlich schade finde.

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  2. Lieber Marco,
    ein spannender Artikel von dir. Mir ist tatsächlich bisher nicht aufgefallen, dass die Musik sich kaum kritisch äußert, sondern vielmehr auf den Zug „wir schaffen das zusammen“ aufgesprungen zu sein scheint. Ich stimme dir zu und denke, die Musik will heutzutage in erster Linie gefallen und das allgemeine Stimmungsbild auffangen. Zusätzlich herrscht nach wie vor Unsicherheit darüber, welche Maßnahmen richtig sind oder welche uns einfach nur einschränken. Und wie kann ich in einem Bereich Kritik üben, über den sich in der Presse nur rudimentäre Angaben herausfinden lassen? Würde man sich damit nicht gleich zum Gespött der Menge machen? Ein spannendes Thema. Danke für deine Gedanken.

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    1. Liebe Sara,
      schön von dir zu hören!
      Ich stimme in allem zu. Dennoch kann man sich auch als Künstlerin oder Künstler differenziert äußern. Es geht ja nicht darum, eine sattelfeste Expertenmeinung zum Virus abzuliefern. Man kann die Gefahren, die da sind, ja benennen und das Leid, das jeder auch ohne Virus-Erkrankung verspürt, ebenfalls thematisieren. Doch derzeit scheint es nur „Schwarz“ und „Weiß“, „Covid-Gegner“ und „Covid-Jünger“, „Covidioten“ und „Covid-Gläubige“ zu geben. Zumindest wird uns das meinem Eindruck nach so vermittelt. Genau darin liegt ja die Krux, die ich als „gesellschaftliches Versagen“ bezeichne.

      Liebe Grüße,
      Marco

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